Innovationspreis der deutschen Industrie in Japan
Tokio, 6. März Zwölf technologieorientierte deutsche Unternehmen haben gemeinsam mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) erstmals den deutschen Innovationspreis in Japan vergeben. Der mit Preisgeldern von insgesamt 9 Millionen Yen (ca. 72.000 Euro) dotierte Innovationspreis wurde heute in Tokio in einer offiziellen Feierstunde fünf japanischen Nachwuchswissenschaftlern überreicht.
Als technologischer Trendsetter nimmt der Innovationsstandort Japan für deutsche Unternehmen einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Durch den Preis sollen langfristige Netzwerke und Partnerschaften mit japanischen Forschungsinstituten und Hochschulen gefördert werden. Die deutschen Unternehmen versprechen sich davon einen intensiveren Austausch mit der japanischen Wissenschaft und eine verstärkte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung.
Prämiert werden anwendungssorientierte innovative Ideen und Forschungsprojekte junger japanischer Natur- und Ingenieurwissenschaftler in den Bereichen Umweltschutz, Energie, Sicherheit, Gesundheit, Automobil, Materialien und Produktionstechnologien. Insgesamt wurden 91 Arbeiten von 35 japanischen Universitäten und Forschungsinstituten eingereicht. Die Bewerbungen wurden von technischen Experten der beteiligten Unternehmen und einer hochrangigen Jury aus japanischen Wissenschaftlern evaluiert.
Der erste Preis ging an Dr. Takeo Someya (40) von der Tokyo-Universität für seine bahnbrechenden Forschungsergebnisse im Bereich flexibler, großflächiger Sensoren auf Basis organischer Transistoren. Die hautähnliche Struktur kann zum Beispiel in Robotern eingesetzt werden. Als Gewinner des ersten Preises erhält Someya ein Preisgeld von 4 Millionen Yen (ca. 32.000 Euro) und ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland.
„Innovationen sind nicht nur wichtig zur Lösung zukünftiger Herausforderungen, sondern auch Schlüssel zur Überwindung dieser Krise”, sagt Manfred Hoffmann, Delegierter der deutschen Wirtschaft in Japan. „Die Notwendigkeit und der Wunsch von japanischen Unternehmen und Wissenschaftlern, globale Netzwerke und internationale Partnerschaften erheblich auszubauen, wächst beständig. Immer mehr deutsche Unternehmen in Japan suchen daher die Zusammenarbeit mit japanischen Universitäten und Forschungsinstituten, um gemeinsam Innovationen zu fördern.“
Der Innovationspreis, der den offiziellen Namen „Gottfried Wagener Preis“ trägt, wird von zwölf deutschen Unternehmen mit Niederlassung in Japan getragen und von der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) koordiniert. Die beteiligten Unternehmen sind BASF, Bayer, Bosch, Daimler, Evonik, Henkel, Infineon, Münchener Rück, Schott, Siemens, TRUMPF und TÜV Rheinland. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Dr. Annette Schavan und wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie dem Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA) unterstützt.
Der Gottfried-Wagener-Preis erinnert an den gleichnamigen deutschen Mathematiker, der in der Meiji-Zeit Ende des 19. Jahrhunderts an mehreren Universitäten in Japan Physik und Chemie lehrte. Wagener, einer der Gründerväter des Tokyo Institute of Technology, ist in Japan für seine praxisbezogene Forschung im Bereich der Keramik bekannt.
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